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Bildbericht unserer Madagaskar-Reise –
Teil 2: Miandrivazo-Morondava (Baobabs)-Antsirabe-Fianarantsoa-Ambalavao (Lemuren)
 
Madagaskar Teil 1: Tamatave-Andasibe (Lemuren)-Antananarivo-Antsirabe-Miandrivazo
Madagaskar Teil 3: Ambalavao-Isalo N.P.-Tuléar-Ranomafana (Lemuren)-R.N.7-Antananarivo
Madagaskar Teil 4: Antananarivo-Ankadibe (Lemuren)-Andasibe-Manambato-Foulpointe-Tamatave
 
 
 
Madagaskar-Karte
 
   
 
         Karte vom indischen Ozean

                                         

 
letzte Foto: 17. Oktober 2011
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076  Wir nähern uns Morondava an der
Westküste: Am Horizont zeichnen sich
bereits die zylindrisch geformten Baobab-
Bäume ab, auch Affenbrot- und Flaschen-
bäume genannt (Adansonia grandidieri)
077  Wie bedeutungslos sind doch die
bald 30 Jahre unseres LandCruisers
im Vergleich zu diesem majestätischen
Baum. Ein Baobab kann bis zu
1’200 Jahre alt werden
078  Eine Landschaft wie aus dem
Bilderbuch: Blühende Wasser-
Hyazinthen und Baobabs. Auf
madagassisch heisst der Baumriese
„Reniala” (Mutter des Waldes)
 
Miandrivazo-Morondava = 257km; 6.3 Std.
Um 8.40 Uhr bahnen wir uns einen Weg durch die bereits mit Menschen überfüllte Dorfstrasse zurück zur Hauptstrasse. Einige Zeit folgen wir dem Tsiribihina-Fluss mit fruchtbaren Ufern. Jedoch nur wenige Hundert Meter vom Fluss entfernt erstarren die Hügel in Trockenheit und wir fahren nun Dutzende von Kilometern durch eine ausgedörrte Landschaft. Sie erinnert uns stark an die afrikanische Sahel-Zone. Hirten treiben Zebu- und Ziegen-Herden der Strasse entlang oder durch ausgetrocknete Flussläufe. Oft bitten sie uns, ihre Wasserflaschen aufzufüllen und bedanken sich dann mit einem strahlenden Lachen dafür. Sie haben kein einfaches Leben.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dorfleben in Morondava
079  Zwei Frauen sind mit einem
dicken Fisch auf dem Heimweg. Es
gibt fast nichts, was nicht auf dem
Kopf transportiert wird!
080  Eine Frau hat ihr Gesicht mit
einer Paste aus der Masonjoany
Pflanze eingerieben. Diese Maske
schützt nicht nur gegen die Sonne,
sondern soll auch Unreinheiten entfernen
081  Karten spielen ist ein beliebter
Zeitvertreib für Jung und Alt
 
Morondava an der Westküste erreichen wir nach einer 13km langen Baustelle Mitte Nachmittag und mieten uns für eine Nacht im Hotel Renala ein. Der Ort liegt an einem puderfeinen breiten Sandstrand. Einfache Bretterhütten säumen das Ufer. Davor wird gekocht, Karten gespielt oder ganz einfach geschwatzt. Morondava ist nun der Ausgangspunkt zum Ort, auf den sich Emil am allermeisten freut: Die berühmte Baobab-Allee. Beiläufig müssen wir mal erwähnen, dass man uns von allen Stellen (Private, Offizielle, Konsulat, Touristenoffice, Polizei, etc.) dringendst abriet, irgendwo in der Wildnis im Auto zu übernachten. Nachts soll das sonst tagsüber friedliche Madagaskar nicht mehr so harmlos sein, speziell wenn man eine leichte Beute zu sein scheint.
 
 
 
 
 
 
082  Bei der Reifen-Reparaturbude
in Morondava: Der Schlauch kann
nicht mehr repariert werden.
Wir kaufen einen neuen für €10
083  Handgezogene Rikschas sind in
Madagaskar noch weit verbreitet (in
der Hauptstadt Antananarivo sind alle
Rikschas verboten). Oft staunen wir, wie
die Rikscha-Zieher barfuss und im Lauf-
schritt durch den Verkehr manövrieren
084  Ein Kanu mit aufgeblähtem
Segel gleitet bei Sonnenuntergang
lautlos über das Wasser
 
Am nächsten Morgen sind wir auf dem Weg zu den Baobabs. 14km nordöstlich von Morondava zweigen wir auf eine staubige Sand- und Erdpiste ab – die RN8 – die gegen Norden zum Tsiribihina-Fluss durch typischen afrikanischen Busch führt. Knarrende altertümliche Ochsenkarren, beladen mit Menschen, Gütern und Ziegen kommen uns gemütlich entgegen. Frauen mit Taschen, Eimern und Körben auf dem Kopf sind von irgendwo nach irgendwohin unterwegs. Ein einsamer Radfahrer und zwei ältere Männer, die einen Handkarren vor sich hin stossen winken uns zu. Wir sind das einzige Auto. Es ist eine Szene wie aus einer andern Welt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
085  Kreuzen zweier „antiker”
Transportmittel auf dem Weg zu
Morondava’s Baobab-Allee
086  Baobabs bei Morondava (etwa
16km nördlich): Alles am Baobab ist
verwertbar: Mit der Rinde deckt man
Dächer, mit den Fasern dreht man
Schnüre und die Frucht ist essbar
087  In der Gegend von Morondava
tauchen oft Dutzende dieser Baobab-
Giganten am Horizont auf
 
Plötzlich schieben sich die ersten Gruppen der zylindrisch geformten Baobabs (Affenbrotbäume) ins Blickfeld. Mal umrahmt sie das satte Grün frisch bepflanzter Reisfelder, mal ein kompakter Teppich von blühenden lila Wasser-Hyazinthen – immer wieder ist es ein wunderschöner Anblick. Doch diese sind erst die Vorboten der berühmten Baobab-Allee mit ihren bis zu 1’200 Jahre alten Bäumen.
 
 
 
 
 
 
088  Hinter einem neu bepflanzten
Reisfeld zeichnet sich ein weiterer
Baobab-„Wald“ ab
089  Auf Fischfang im Marschland?
090  Ein Koloss von Baobab
umgeben von Bananenstauden
und Wasser-Hyazinthen
 
Als sie kurz darauf auftauchen, ist es wirklich ein “AHA-Erlebnis”. In der madagassischen Sprache (Malagasy) heisst dieser riesige Baobab “Renala” – Mutter des Waldes. “Die Seelen der Vorfahren leben in diesem Baum und beschützen uns”, sagen uns die Leute. Alles am Baobab ist brauchbar: Mit der Rinde deckt man Dächer, mit den Fasern dreht man Schnüre, ihre Kerne liefern Öl und die Frucht ist essbar. Auf einer etwa 260m langen Strecke stehen entlang der Piste rund 25 20-25m hohe Bäume und in den angrenzenden Wiesen nochmals weitere 25; viele haben eine Umfang von ungefähr 10m bzw. sind etwa 3m dick. Wie auch die Lemuren sind die Baobab-Bäume vom Aussterben bedroht und auf der roten Liste der gefährdeten Arten – was leider in Madagaskar nicht viel bedeutet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
091  Wir kommen dem Zentrum der
Baobabs bei Morondava näher: Unser
LandCruiser rollt an den ersten
Riesen vorbei
092  Die Zufahrt zur berühmten
Baobab-Allee bei Morondava führt
durch typisch afrikanischen Busch
093  Diese Riesenbäume sind so
beeindruckend, dass wir immer
wieder zur Kamera greifen
 
Wunderbarerweise lassen uns die Einheimischen, die gleich daneben vor ihren primitiven Hütten hocken und auf einer Feuerstelle ihre Mahlzeit kochen, auch hier in Ruhe. Sogar als wir mangels Stativ unseren Campingtisch mitten auf der Piste aufstellen, um ein Bild von unserem LandCruiser und uns mit dem Selbstauslöser zu schiessen, tauchen nicht einmal Kinder auf. In dieser ruhigen Ecke ist es (noch) unverdorbenes Land. Im Süden hingegen, auf dem Haupttouristenpfad, erleben wir es später nicht mehr ganz so friedlich. Bettelnde Kinder, die nach Bonbons, Biskuits, T-Shirts und Geld fragen, sind nie weit weg.
 
 
 
 
 
 
094  Es herrscht null Verkehr.
Unsere Begegnungen auf der staubigen
Buschpiste ist ein Ochsenkarren
auf dem Weg ins Dorf …..
095  ….. ein Hirte mit seiner Frau,
seinem Hund und seiner
Ziegenherde …..
096  ….. und ein weiterer
Ochsenkarren
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die berühmte Baobab Allee bei Morondava
Die Madagassen glauben, dass die Seelen ihrer Vorfahren in diesem Baum leben und sie beschützen
097
098
099
 
Um ein beglückendes Erlebnis reicher verlassen wir am nächsten Morgen um 9 Uhr Morondava und fahren wieder ostwärts – auf derselben Strecke, die wir gekommen sind, mit denselben zwei anstrengenden Tagesetappen und mit derselben stickig heissen Nacht in Miandrivazo und der nachfolgend bitterkalten in Antsirabe. Es gibt hier nur diese eine befahrbare Ost-West-Verbindung; die direkte Strasse über Ambatofinandrahana nach Ambositra ist seit langem unterbrochen. Es herrscht ohnehin nur sehr wenig Verkehr, so wird diese der Bevölkerung genügen müssen. Beschenkt mit einem strahlendblauen Himmel es ist ein Hochgefühl, durch dieses Hochland mit seinem goldig schimmerndem Gras und den verstreuten Bergdörfern zu rollen und unterwegs bei den kleinen Dorfmärkten zu schnuppern.
 
 
 
 
 
 
100  Aus den ausgedörrten Büschen
spriessen wunderbarerweise
leuchtend gelbe Blüten
101  Unser Dreierteam verewigt sich
bei der berühmten Baobab-Allee bei
Morondava
102  Zwei Madagassische Krähen
(Corvus albus) krächzen in
völliger Eintracht
 
 
 
 
 
 
 
103  Eine Familie sitzt vor ihrer Busch-
hütte und schart sich um
einen Radioapparat
104  Der kleine Junge bietet uns
scheu Bananen zum Kauf an.
Wer kann da nein sagen?
105  Zebus werden zu einem
neuen Weideplatz getrieben
 
Dabei hoffen wir immer nur eines: Pannenfrei unser jeweiliges Ziel noch bei Tageslicht zu erreichen, denn immer wieder werden wir von neuem von Einheimischen gewarnt, nachts zu fahren. Wenigstens ist nun unser einziger Reservereifen wieder einsatzbereit. Der Schlauch hatte einen grossen Riss abbekommen und war praktisch unreparierbar. In Morondava fanden wir aber für € 10 neue und kauften gleich deren zwei.
 
 
 
 
 
 
 
 
106  In Miandrivazo, dem heissesten
Ort Madagaskar’s, verabschiedet sich
die Sonne mit einem glutroten Himmel
107  Auf der RN 34 zwischen
Miandrivazo und Antsirabe fahren wir
durch ein welliges Hochland bedeckt
mit goldig schimmerndem Gras
108  Der Mond steigt glanzvoll hinter
einem Baum auf, wo sich Vögel
für die Nacht zur Ruhe gesetzt habe
 
 
 
 
 
 
 
109  Ein Wohnhaus aus der französischen
Kolonialzeit in Analaivo vor Morondava.
Aus dieser Epoche sind auch noch die
französische Sprache, die frischen
Baguettes, die Käse-Schachteln „La
vache qui rit”, das Ballspiel „Pétanque”
und der Likör „Pastis” verblieben
110  Die Menschen in den heissen
Küstenregionen leben in einfachen
luftigen Strohhütten. Die “Küche” ist
immer draussen. Der grösste Teil des
Lebens spielt sich ohnehin im Freien ab
111  Eine katholische Kirche im
modernen Baustil – hier in Mahabo –
ist in Madgaskar eher selten. Die alte
traditionelle Architektur dominiert
 
Antsirabe-Fianarantsoa = 232km; 7.4 Std.
Bei unserer Ankunft in Antsirabe schüttet es wie aus Kübeln. Wir checken in ein einfaches Gästehaus ein und verlassen unser Zimmer wegen des anhaltenden Regens erst am nächsten Morgen um 8 Uhr. Ab hier beginnt für uns nun wieder Neuland. Wir schwenken auf die wichtige Nord-Südachse RN7 nach Süden ab und rollen nun durch das Hochland der Betsileo, des drittgrössten Stammes des Landes mit ihren kunstvoll angelegten Reisterrassen. Ihre Bepflanzungstechnik ermöglicht ihnen drei Ernten anstatt nur zwei pro Jahr.
 
 
 
 
 
 
112  Wir halten beim Dorfmarkt von
Mahabo neben dem Parkplatz der
Ochsenkarren, welche die Güter
auf den Markt brachten
113  Auf dem Marktplatz wird
gehandelt und gefeilscht. Aber es ist
auch ein Ort, um Bekannte zu
treffen und Kontakte zu knüpfen
114  Überall lachende Gesichter.
Man wartet auf das Ende
des Marktes in Mahabo
 
 
 
 
 
 
 
115  Ein Aussichtspunkt zwischen
Malaimbandy und Morondava ist
ideal für unser Mittagspicknick
116  Das ausgetrocknete Grasland im
Westen ist mit dem leuchtenden Grün
der Bismarckpalmen (Bismarckia
nobili) durchbrochen
117  Der Tsiribihina-Fluss bei Miandrivazo
mit seinen grünen Inselchen wirkt in der
herben Landschaft wie eine kleine Oase.
Es gibt Kanu-Flusstouren von Miandrivazo
bis nach Belo vor der Westküste
 
Trotzdem sich die Sonne hinter einer kompakten Wolkendecke versteckt, tut es der Schönheit der Landschaft mit seinen typischen Bergdörfern keinen Abbruch. Die hohen zweistöckigen Hütten aus roten Backsteinen stehen in Grüppchen und harmonieren wunderbar mit den Braun- und Beigetönen der Erde. Als leuchtender Farbtupfer sticht das leuchtende Grün einiger frisch bepflanzter Reisfelder hervor.
 
 
 
 
 
 
118  Einsamkeit soweit der Blick reicht:
Das schwarze Asphaltband der Strasse
schlängelt sich zwischen Miandrivazo
und Antsirabe durch die Berge des
reizvollen zentralen Hochlands
119  In den Senken des Hochlands
bei Antsirabe sorgen Bäume für
grüne Farbtupfer in der Landschaft.
Unser LandCruiser ist aber der
schönste Farbtupfer!
120  Ein von Menschenhand
geschaffenes Kunstwerk: Ein
„Spinnengewebe” von Reis-
parzellen im zentralen Hochland,
umgeben von Grasland
 
 
 
 
 
 
 
121  Man braucht offenbar keine
Leine zum Wäsche trocknen
122  Hier könnte ein Maler seine
Staffelei aufstellen: Ein kleiner
Weiler im zentralen Hochland
zwischen Miandrivazo und Antsirabe
123  Emsiges Treiben in Betafo,
22km östlich von Antsirabe an der
fast 600km langen RN 34/35 über
Miandrivazo nach Morondava liegend
 
Heute Sonntag hocken überall Menschen in Grüppchen zusammen – Hirten mit ihren typischen Hüten und wärmenden “Ponchos” und Frauen mit sorgfältig geflochtenen schwarzen Zöpfen, weiten Faltenröcken und Strohhüten, ihre Kleinkinder an den Rücken gebunden oder an der Hand haltend. Der Anblick weckt unweigerlich Erinnerungen an das bolivianische Hochland.
 
 
 
 
 
 
124  Eine ländliche Szene wie auf dem
afrikanischen Kontinent: Eine Familie tritt
vor ihre Strohhütte und bestaunt unseren
LandCruiser während wir fotografieren
125  Hirten haben ein hartes
Leben im Hochland. Im
Südwinter kann es recht
kalt und feucht werden
126  Das herzliche Lachen dieses
Mädchens versinnbildlicht die Gemütsart
dieses Volkes. Trotz grosser Armut
strahlen die Menschen Lebensfreude aus
 
 
 
 
 
 
 
127  Wer kann sich schon all diese
komplizierten und langen Ortsnamen
merken. Wie auf diesem abgenutzten
alten „Strassenschild“ auf der RN 7 –
der einzigen Verkehrsachse nach
Süden – beginnt die Mehrheit mit
dem Buchstaben „A”
128  Löcher im Asphalt werden auf
altherkömmliche Weise in Handarbeit
ausgebessert. Vielfach sind es auch
Frauen, die sich damit
etwas Geld verdienen
129  Dorfdurchfahrten sind immer
exotisch und voll mit Menschen. Viele
kommen von weit her, um Früchte
und Gemüse zu verkaufen und Dinge
des täglichen Gebrauchs einzukaufen
 
Weiter südlich bietet sich uns für viele Kilometer ein düstereres Bild: Abgebrannte Wälder, rauchende Ziegelbrennereien, zum Abtransport bereite Holzkohle-Säcke an jeder Ecke und Menschen, die auf ihren selbstgebastelten Karren schwere Holzladungen vor sich her schieben. Wie lange wird es noch dauern, bis der letzte Baum gefällt ist? Anscheinend sollen täglich zwei Hektaren Wald verschwinden, nur um die Backsteinöfen zu heizen, nicht zu reden vom Brennholz zum Heizen und Kochen oder demjenigen für die Luxusmöbel der ausländischen Kunden.
 
 
 
 
 
 
130  Der lang ersehnte Regen hat
eingesetzt. Die Reissetzlinge werden
gepflanzt, jeder einzelne von Hand
– eine anstrengende Arbeit
131  Goldig schimmernde Weizen-
felder werden von Reisfeldern in
verschiedenen Wachstumsstadien
umrahmt
132  Wir fahren durch das pittoreske
Hochland der „Betsileo”, des dritt-
grössten Stamms des Landes. Ihre
Bepflanzungstechnik ermöglicht drei
Ernten pro Jahr anstatt nur deren zwei
 
Wird Madagaskar innert 20 Jahren nur noch aus Wüste bestehen? Es ist ein Dilemma. Wovon sonst sollen diese ohnehin bitterarmen und kinderreichen Familien leben? Viele können sich nicht einmal das jährliche Schulgeld von € 20 pro Kind leisten. Ihre Kinder werden deshalb nie lesen und schreiben lernen. Die Analphabeten-Rate soll rund 23% betragen.
 
 
 
 
 
 
133  Es ist ein Sonntag: Familien
sind vom Kirchgang auf
dem Weg nach Hause …..
134  ….. viele kommen uns entgegen,
andere wiederum laufen in unsere Richtung,
oft für lange Strecken. Füsse sind für die
meisten das einzige Fortbewegungsmittel
135  Ein Grüppchen gönnt sich eine
kleine Pause bei einem Strassenkiosk,
wo auch grosse Flaschen „Three
Horses Bier” (THB) verkauft werden.
Es ist ja schliesslich ein Sonntag!
 
Fianarantsoa-Ranohira (Isalo NP) = 271km, 7.1 Std.
In Fianarantsoa, der zweitgrössten Stadt des Landes, schalten wir im griechischen Hotel Cotsoyannis einen Nachtstopp ein und setzen am nächsten Morgen unsere Fahrt nach Westen zum Isalo Nationalpark fort. Soweit kommen wir allerdings nicht. Nach 50km, in Ambalavao, beschliessen wir spontan, das 13km weiter südlich gelegene kleine Anja Lemuren-Reservat – ein Gemeindeprojekt – zu besuchen. Es setzt sich für die Erhaltung der possierlichen Katta-Lemuren ein, die es ausserhalb Madagaskars sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Es wird kaum mehr lange dauern, bis diese Primaten auch auf der roten Gefährdeten-Liste stehen.
 
 
 
 
 
 
Einige Dörfer entlang der RN7 zwischen Ambositra und Fianarantsoa
136  Der Umgebung angepasst
137  Eingebettet zwischen
Granitfelsen und Reisfeldern
138  Zweistöckiger charakteristischer
Backstein-Baustil des „Betsileo“-Stammes
 
Zufällig ist es der 18. Oktober 2011, unser 27. Jahrestag auf Weltreise. Gibt es ein schöneres Jubiläumsgeschenk als unsere erste Begegnung mit diesen süssen Katta-Lemuren mit den buschigen weiss-schwarz geringelten Schwänzen, die zwei Drittel ihrer Körpergrösse ausmachen? Mein Herz macht “Bocksprünge”! Wir sehen Dutzende – auf Bäumen, auf Steinen, auf dem Boden hockend; Erwachsene, Jugendliche, eine Mutter mit ihrem Baby im Huckepack, vier Einmonatige bei ihren ersten Kletterversuchen.
 
 
 
 
 
 
139  Ambalavao, auf einem Hoch-
plateau zwischen Fianarantsoa und
Tuléar (Toliara) gelegen, ist mit
seinen Holzbalkons eines der
attraktivsten Hochlanddörfer
140  Eine Familie schiebt in Ambalavao
ihre vollen gelben Kanister von der
lokalen Wasserstelle durch die Dorf-
strasse. Die kleine Tochter sitzt stolz
oben darf. Diese Szene treffen wir
häufig an, da es ausserhalb der Städte
keine private Wasserversorgung gibt
141  Die aus roten Backsteinen gebaute
Kathedrale in Ambalavao ist der Blick-
punkt des Hochlanddorfes und zurzeit
der rundherum blühenden Jacaranda-
Bäume eine besondere Augenweide
 
Unser Führer informiert uns, dass dieses Reservat zurzeit der Lebensraum von rund 300 dieser Primaten ist, unterteilt in 15 Familien, die in verschiedenen Territorien leben. Wir entdecken auch einen gut getarnten jungen Madagaskar Riesen-Chamäleon, winzige rosa Schmetterlinge, die wie Blüten an Ästen hängen, und einen fliederähnlichen Paternosterbaum mit zarten weissrosa Blüten.
 
 
 
 
 
 
 
 
142  Im kleinen Anja-Reservat, 13km
westlich von Ambalavao, entdecken
wir diese Echse, ein junges Mada-
gaskar-Riesenchamäleon (Furcifer
oustaleti), das in seiner Tarnfarbe
schwer auszumachen ist …..
143  ….. auch dieser fliederähnliche
Paternosterbaum (auch Syringa
genannt) (Melia azedarach)
wächst dort …..
144  ….. und dann sehen wir sie,
hoch oben auf den Bäumen – die
Katta-Lemuren (Lemur catta)
mit ihren schwarzweiss geringelten
buschigen Schwänzen, die 2/3
ihrer Körpergrösse ausmachen
 
Im sympathischen kleinen Restaurant im Reservat mit Blick auf die riesigen grauen Granitfelsen lassen wir uns mit einem feinen einheimischen Nudelgericht verwöhnen und stossen mit “Three Horses Beer” auf unser 27. Reisejubiläum an. Einige Tage später lesen wir, dass seit unserer Abreise im 1984 die Weltbevölkerung um 2.2 Milliarden (!) oder 45.8% zugenommen hat; Afrika ist dabei führend. Auch auf unserer langen Reise fällt uns die Bevölkerungsexplosion auf. Jetzt sind auch viel mehr Menschen auf Reisen, sei es durch die politischen Öffnungen oder weil Teile der Menschheit mehr Geld zur Verfügung haben.
 
 
 
 
 
 
 
 
Das kleine Anja-Reservat 13km südlich von Ambalavao, ist ein Gemeindeprojekt, das sich um die Erhaltung
dieser possierlichen Lemuren einsetzt, die es ausserhalb Madagaskars nirgendwo sonst auf der Welt gibt
145  Was für ein faszinierender
Anblick! Forsch kommen die
ersten zwei Primaten um die Ecke
146  Was gibt es so Spannendes
weiter oben? Eine Mutter mit
ihren zwei Jungen
147  Der Kleine hat es sich auf
einer Astgabelung bequem gemacht
und guckt, was unten vor sich geht
 
Am nächsten Morgen rollen wir durch die endlose Prärie des Horombe-Plateaus mit seinen goldgelb schimmernden Grasbüscheln dem Isalo Nationalpark entgegen. Auch heute kommen uns wieder mehrere Hirten entgegen. Sie treiben ihre grossen Zebu-Herden mitten auf der Strasse, oft bis zum Schlachthof in der Hauptstadt Antananarivo. Diese “madagassischen Kühe” sind eines der erkennbarsten Symbole Madagaskars. Sie gehören dem Stamm der Bara an. Der Reichtum der Bara wird am Viehbestand gemessen. Das Zebu symbolisiert für sie Schönheit, Stärke, Stolz, Ruhm, Prestige, Gesundheit, Glück und Sicherheit. Und oft wird es mehr geschätzt als die eigene Frau.
 
 
 
 
 
 
Unterteilt in 15 Lemuren-Familien, die in veschiedenen Territorien leben, beherbergt das Anja-Reservat 300 dieser Primaten. Unser Besuch
fällt zufällig auf den 18. Oktober 2011 – den Tag unseres 27. Jubiläums auf Weltreise. Gibt es einen schöneren Ort um zu feiern?
148  „Ich lass mich nicht stören!”
149  „Im Huckepack ist doch viel bequemer”
150  „Oh Mann, jetzt kommen
schon wieder zwei Touristen”
 
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